Verdiente Sportler des SV Bilshausen

Ludwig "der Löwe" Wüstefeld  (ET 25.10.2007)




Foto oben:  Freundschaftsspiel gegen
Hannover 96: Ludwig Wüstefeld (links) verlässt mit Frank Hartmann den Platz.
Matwijow

Wüstefeld: Gegner und Ball waren meine Feinde


Vorstopper des SV Blau-Weiß Bilshausen betreut heute mit Mentor Walpuski die A-Junioren

Schweißperlen bildeten sich bei seinen Gegnern auf der Stirn, wenn sie gegen ihn spielen mussten. Als beinharter Verteidiger war der gebürtige Bilshäuser Ludwig Wüstefeld, der heute im Blickpunkt der Serie „Was ist aus ihnen geworden“ steht, bei Freund und Feind gefürchtet, bekam aber in seiner Fußball-Laufbahn lediglich eine Rote Karte.

Von Vicki Schwarze



Bilshausen. Als „Rohkostfußballer“ bezeichnet sich der heute 50-Jährige gern selbst. „Gegner und Ball waren meine Feinde. Im Tackling und Zweikampfverhalten lagen meine Stärken“, erzählt der damalige Vorstopper, der zwischen Bäumen und Sträuchern auf dem Bilshäuser Friedhof mit seinen Freunden kickte.

Erst mit 15 Jahren kreuzte dann sein späterer Mentor und Fürsprecher seinen Weg, nämlich der ebenfalls aus Bilshausen stammende Manfred Walpuski, mit dem er immer noch ein freundschaftliches Verhältnis pflegt, gemeinsam mit ihm die A-Junioren-Truppe des SV Blau-Weiß Bilshausen betreut. Walpuski nahm den von seiner Statur her an den ehemaligen deutschen Nationalspieler Hans-Georg „Katsche“ Schwarzenbeck erinnernden Wüstefeld unter seine Fittiche und nahm ihn mit nach Petershütte, wo er den damaligen Verbandsligisten trainierte. Gespielt hat Wüstefeld für Petershütte nie, sondern immer nur für seinen Stammverein Blau-Weiß Bilshausen. „Ich habe dann dort in der A-Jugend in Bilshausen gespielt“, erinnert sich der Anhänger des FC Bayern München. Wüstefeld: „Ich bin seit meinem siebten Lebensjahr Bayern-Fan.“

Zwei auf einen Streich
Innerhalb eines Jahres hatte sich der Vorstopper einen, wie er selbst sagt, „grauenhaften Ruf erworben.“ Auf 27 Gelbe Karten brachte er es in nur einen Saison. „Ich habe aber nur eine Rote Karte in meiner ganzen Laufbahn bekommen“, erzählt der Inhaber der Trainer-C-Lizenz. Und die handelte er sich in einem für die Bilshäuser richtungsweisenden Match ein.

„Wir spielten gegen Kalefeld gegen den Abstieg. Und in der 90. Minute habe ich dann gleich zwei gegnerische Spieler auf einen Streich gefoult“, erinnert sich der 50-Jährige, der zu seinen Glanzzeiten bei einer Körperlänge von 1,94 Meter stattliche 100 Kilogramm auf die Waage brachte.
Mit 35 Jahren beendete seine sportliche Laufbahn. „Ich habe sieben Jahre lang hintereinander jedes Spiel mitgemacht“, ist Wüstefeld zu Recht stolz auf seine Serie. Er war dabei hart im Nehmen, spielte selbst mit 39,6 Fieber, worauf er heute allerdings nicht mehr so stolz ist. „Damals war man so verrückt. So etwas würde ich heute nicht mehr machen.“

Der eigene Hausbau und sein Fernstudium, in dem er sich zum Heilpraktiker ausbilden ließ, bedeuteten seinen Lebensinhalt für die kommenden Jahre. „Ich habe meinen gesamten Ehrgeiz in mein berufliches Fortkommen gesetzt“, erzählt der niedergelassene Heilpraktiker, der erst kürzlich sein zehnjähriges Praxisbestehen feierte.

Die „Droge Fußball“, wie er seine sportliche Leidenschaft immer gern bezeichnet, ließ ihn allerdings nie ganz los. Bei den Alten Herren in Bilshausen spielte er ein ums andere Mal mit, und selbst in der blau-weißen Reserve versuchte er noch einmal sein Glück. Inzwischen ist er ins „Trainerlager“ gewechselt, kümmert sich zusammen mit Manfred Walpuski um die A-Junioren des Vereins, die in der Bezirksoberliga spielen. „Ich unterstützte ihn beim Training, nehme mir beispielweise die Torhüter einmal gesondert vor“, berichtet Wüstefeld.
Und auch seine Dienste als Spielbeobachter sind gefreut. Sein langjähriger Freund Stephan Strüber, derzeit Herrentrainer beim Bilshäuser Bezirksliga-Rivalen TSV Eintracht Wulften, schätzt seine Tipps sehr. „Bilshausen spielt eine Woche vorher immer gegen den Gegner, den Wulften dann die Woche drauf hat. So ist das zu Stande gekommen“, erklärt Wüstefeld.

Wobei er darüber hinaus noch viel Kontakt zu Sportlern hat, denn der gelernte Masseur und Medizinische Bademeister sorgt häufig dafür, dass angeschlagene Spieler bei der nächsten Begegnung wieder einsatzbereit auf dem Platz stehen.
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Martin Strüber   (ET 08/2007)

Martin Strüber steht im Talentkader

Fußball-Schiedsrichter aus Bilshausen nimmt an Verbandsförderung teil


Bilshausen (mbo). Die Fußball-Bundesliga erscheint ihm als Ziel zu vermessen. „Ich möchte so hoch pfeifen wie möglich“, gibt sich Schiedsrichter Martin Strüber dennoch ehrgeizig. Und das völlig zu Recht: Schließlich wurde der 23-jährige Bilshäuser in den Talentkader des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) berufen.

Als viel versprechender Bezirksliga-Referee hat Strüber auf höherer Ebene auf sich aufmerksam gemacht. Deshalb darf der Eichsfelder nun an der nächsten Verbandsförderung, die vom 31. August bis zum 2. September in Barsinghausen stattfindet, teilnehmen. Nach dem Lehrgang winken ihm Einsätze in der Oberliga (an der Linie) und bei den A-Junioren in der Regionalliga. Um dieses Etappenziel zu erreichen, so Strüber, hat er sich stets „bemüht, immer fit und immer auf dem neuesten Stand zu sein“. Ständiges Lauftraining gehört ebenso zu Strübers Vorbereitung auf die Einsätze wie die regelmäßige Lektüre der Schiedsrichter-Zeitung. „Die sollte man vernünftig durchlesen und jeweils die 30 Regelfragen beantworten, dann ist man meiner Meinung nach gut gerüstet“, meint der Bilshäuser, der früher für seinen Heimatverein SV Blau-Weiß kickte, ehe zwei Kreuzbandrisse seine Spielerlaufbahn frühzeitig beendeten.

Trotz Flaute gute Note
Als Schiedsrichter arbeitet Strüber nach dem ersten Sprung in die Bezirksliga nun also auf einen weiteren Aufstieg hin.
Deshalb freut er sich auch über seinen gelungenen persönlichen Saisonstart bei der Begegnung zwischen der FG Vienenburg und dem SV Inerstetal (0:2) in der Bezirksliga-Staffel 3. „Es war nichts los, und ich habe in der Beobachtung trotzdem eine 45 bekommen –das ist gut für so ein Spiel“, erzählte der Unparteiische. Die Höchstpunktzahl ist übrigens 50.